Nr. 1893 · Datenbasis Deutscher Wetterdienst Keine Werbung · Kein Tracking English

Über uns

Jedes Hobbyprojekt hat eine Entstehungsgeschichte. Unsere ist nur etwas älter als die meisten.

Der Gründer

Herbert Johannes Sebaldus Fürchtegott Immerklar Ehrlich wurde im Jahre 1702 in Elend geboren, einem kleinen Dorf im Harz, das wirklich so heißt. Aufgewachsen ist er im Nachbarort Sorge, was ebenfalls stimmt und seine spätere Berufswahl vermutlich erklärt. Wer zwischen Elend und Sorge groß wird, entwickelt ein gesundes Bedürfnis, wenigstens beim Wetter zu wissen, woran man ist.

Schon als Kind soll Herbert stundenlang auf dem Kirchturm gesessen und Wolken kategorisiert haben, in ein selbstgebundenes Heft mit dem Titel „Was von oben kommt, ehrlich aufgeschrieben“. Sein Lebenswunsch, so überliefert es die Familienchronik wörtlich, war es, „die beste kostenlose Wetterseite Deutschlands“ zu bauen. Dass es dafür noch keine Websites gab, hat ihn nicht gestört. Ein Ehrlich lässt sich von technischen Details nicht aufhalten, er wartet einfach 300 Jahre.

Das Unglück

Herberts Eltern waren Heubauern. Im Sommer 1719 wollte sein Vater vor dem Mähen wie üblich den Wetterbericht im Elend-Sorgischen Wochenanzeiger nachschlagen. Der stand damals auf Seite 17, eingeklemmt zwischen einer ganzseitigen Anzeige für Wundertinktur gegen Gicht und vier Spalten Reklame für Perückenpuder. Bis er ihn gefunden hatte, stand das Gewitter bereits über dem Feld. Das Heu war verloren, der Vater durchnässt bis auf die Knochen, und die Lunge hat ihm das nie verziehen.

An seinem Krankenbett soll er Herbert das Versprechen abgenommen haben, das die Familie bis heute bindet: „Junge, das Wetter muss auf die erste Seite. Und keine Reklame drumherum.“ Die Mutter ergänzte trocken, man möge auch bitte dazuschreiben, wie oft der Wetterprophet danebenliegt, der vom Wochenanzeiger habe nämlich immer nur bei Sonnenschein recht gehabt.

Das Vermächtnis

Herbert hielt Wort. Ab 1723 betrieb er am Marktplatz von Wernigerode eine schwarze Schiefertafel, auf die er alle fünf Minuten den Himmelszustand kreidete, Laufburschen brachten die Meldungen vom Kirchturm. Zeitzeugen nannten es „des Ehrlichs Narretei“. Wir nennen es heute das erste Regenradar mit 5-Minuten-Auflösung. Werbung auf der Tafel lehnte er ab, obwohl der Perückenpuderhändler gutes Geld bot. Und wenn er sich geirrt hatte, schrieb er es am nächsten Morgen groß oben drauf: „Gestern falsch gelegen. Ehrlich.“

Notieren, wer an der Tafel stehen blieb und wie lange, wollte der Stadtrat übrigens auch schon damals. Herbert hat den Vorschlag mit dem Schwamm beantwortet. Diese Haltung haben wir ebenfalls geerbt.

Heute

Rund dreihundert Jahre später führen wir Herberts Tafel weiter, nur mit etwas mehr Rechenleistung und etwas weniger Kreide: Wetter auf der ersten Seite, keine Werbung, kein Tracking, und eine öffentliche Liste unserer Irrtümer unter „Wie gut sind wir?“. Woher die Daten kommen und wie wir rechnen, steht ohne Perückenpuder dazwischen in der Methodik.

Ehrlichkeitshinweis, der Name verpflichtet: Ein gewisser Anteil dieser Geschichte ist Seemannsgarn. Elend und Sorge gibt es wirklich, den Perückenpuder auch, und alles über unsere Daten und Fehler stimmt. Beim Rest sagen wir es, wie es ist: Wir waren 1702 nicht dabei.